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Die Fruchtblase ist während der gesamten Schwangerschaft eine echte Schutzblase für den Fötus und spielt eine wichtige Rolle bei seiner Entwicklung. Wenn die Fruchtblase platzt, muss man sofort reagieren. Denn ein vorzeitiger Blasensprung oder ein Riss erfordert eine schnelle ärztliche Behandlung. Aber wie erkennt man Fruchtwasser?

Fruchtwasser im Slip: Wann bildet sich die Fruchtblase?

Ab dem 8. Tag der Schwangerschaft entstehen kleine Risse in der sogenannten Embryonalknospe, die sich in der zweiten Woche zu einem kleinen Hohlraum verbinden. Diese Vertiefung windet sich dann wie eine Schraube um den Embryo: Die Fruchtblase ist entstanden. Die Fruchtblase wird von zwei Membranen begrenzt: dem Amnion, das dünn, weich und durchscheinend ist, und dem Chorion, einer Art zweiter, dickerer Schicht, die an der Innenwand der Gebärmutter anliegt. Im Laufe der Schwangerschaft dehnen sich diese Membranen aus und folgen dem Wachstum der Gebärmutter: Die Fruchtblase vergrößert sich, um ihrem kleinen Untermieter sehr viel Platz zu bieten.

Was befindet sich in der Fruchtblase?

Das Fruchtwasser wird zum Teil von den Membranen der Fruchtblase und zum Teil vom Baby selbst hergestellt. Indem der Fötus Fruchtwasser schluckt und dann uriniert, trägt er dazu bei, dass die Flüssigkeit regelmäßig erneuert wird.

Übrigens: Die Flüssigkeitsmenge ändert sich im Laufe der Schwangerschaft. Von 20 ml im Alter von 2 Monaten steigt sie auf 600 ml um den 6. Monat, erreicht fast 2 Liter um den 8. Monat und sinkt bis zum Ende der Schwangerschaft wieder auf weniger als 1 Liter.

Auch die Textur des Fruchtwassers ändert sich mit der Zeit. Während einer Periode der Schwangerschaft ist die Flüssigkeit sehr dünnflüssig. In den letzten beiden Monaten wird sie dann konzentrierter und dicker, um bei der Geburt als Gleitmittel zu dienen. Die Temperatur entspricht der aller anderen Flüssigkeiten im Körper: 37 °C.

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Wie erkennt man Fruchtwasser im Slip und wann reißt die Fruchtblase?

Bei einem Drittel der Frauen platzt die Fruchtblase, bevor sie tatsächlich in den Wehen liegen. Für diejenigen, die bereits überfällig sind oder genau in der Zeit des errechneten Geburtstermins liegen, stellt dies kein besonderes Problem dar. In den meisten Fällen setzen die Wehen schnell ein. Ist dies nicht der Fall, wird die Geburt innerhalb von 24 bis maximal 48 Stunden eingeleitet: Das Infektionsrisiko steigt mit der Dauer der Öffnung der Membranen.

Kommen wir zum häufigsten Ablauf: Die Fruchtblase platzt spontan, während der Muttermund bereits begonnen hat, sich zu öffnen (zwischen 4 und 10 cm). Zu Beginn der Wehen trägt die Fruchtblase zur Öffnung des Gebärmutterhalses bei. Unter dem Einfluss der Wehen wölbt sie sich wie ein Luftballon vor dem Kopf des Babys und drückt auf den Muttermund. Das Baby sinkt nach unten, sein Kopf liegt auf dem Gebärmutterhals und beschleunigt so die Öffnung des Muttermundes.

Wenn die Fruchtblase früher platzt

Manchmal kann es zu einem Riss in der Fruchtblase kommen, der ein kleines Leck verursacht. Dies kann durch eine vaginale Infektion verursacht werden, die die Membranen schwächt. Oder durch eine zu starke Aktivität der Gebärmutter, die sich zusammenzieht und das Amnion und das Chorion unter Spannung setzt. Unter dem Einfluss der gerissenen Membranen werden Prostaglandine freigesetzt, die Wehen auslösen können. Außerdem ist das Baby nun ungeschützt vor möglichen Infektionen. Die werdende Mutter sollte sich dann umgehend ins Krankenhaus begeben.

Fruchtwasser: Nicht immer leicht zu erkennen

Ein Riss in der Fruchtblase ist unauffälliger als ein Blasensprung und kann manchmal mit vaginalem Ausfluss oder Blasenschwäche verwechselt werden, die in der Spätschwangerschaft häufig auftreten. Wie kann man also den Unterschied erkennen? Das Fruchtwasser sieht aus wie Wasser und hat im Gegensatz zum Urin keinen besonderen Geruch. Was den vaginalen Ausfluss betrifft, so ist er oft milchig oder durchsichtig und ein wenig zähflüssig, was beim Fruchtwasser nicht der Fall ist.

Ein kleiner Tipp, um eine geplatzte Fruchtblase von Harninkontinenz zu unterscheiden: Wenn der Ausfluss beim Lachen, Husten oder während einer Anstrengung auftritt, ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich um einen Harnverlust handelt. Wenn der flüssige Ausfluss hingegen auch dann noch anhält, wenn Sie zum Wasserlassen auf die Toilette gegangen sind, ist dies ein Anzeichen für einen Riss in der Fruchtblase.

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Riss vor dem Termin: Wie reagieren?

Bei Verdacht auf einen Blasensprung, insbesondere vor dem Geburtstermin, ist eine ärztliche Untersuchung erforderlich: Gehen Sie unverzüglich in die Geburtsklinik. Es erfolgt dann eine Untersuchung mit einem sogenannten Spekulum: Damit wird die Diagnose Blasensprung gestellt und der Riss bestätigt, der Ausfluss beobachtet und der Zustand des Gebärmutterhalses inspiziert, um festzustellen, ob dieser offen ist oder nicht. Auch mit einer Art dickem Wattestäbchen kann ein Test gemacht werden, um sicher zu erkennen, dass es sich tatsächlich um Fruchtwasser handelt.

Welche Risiken bestehen für das Baby, wenn die Fruchtblase platzt?

Ein Riss in der Fruchtblase sollte immer ernst genommen werden, da er das Baby einem Infektionsrisiko aussetzt, das potenziell gefährlich sein kann, wenn es vor dem Ende der Schwangerschaft auftritt. Das ist die sogenannte Chorioamnionitis, eine Infektion der Chorion- und Amnionschicht. Sie kann eine der Folgen des Blasensprungs sein, aber auch die Ursache.

Da die Fruchtblase geplatzt ist, erfüllt sie nicht mehr ihre Funktion als bakteriologischer Schutz. Die in der Scheide vorhandenen Keime können nun in die Fruchtblase gelangen. Zu diesem Infektionsrisiko kommen noch weitere Risiken hinzu, wie beispielsweise eine Frühgeburt. Für die Mutter besteht die Gefahr, dass ein Kaiserschnitt nötig wird.

Fruchtwasser im Slip rechtzeitig erkennen: Unser Fazit

Wenn die Fruchtblase geplatzt ist, ist dies nicht immer leicht zu erkennen. Falls es sich um einen kleinen Riss handelt, ist die Einordnung zwischen Fruchtwasser und vaginalem Ausfluss umso schwieriger. Mit den oben genannten Tipps können Sie jedoch leicht herausfinden, ob es sich nun um Fruchtwasser oder Ausfluss handelt.