18. Mai 2024

Parkett oder Vinyl? Die zwei Bodenbeläge im Vergleich

Für einen Neubau oder für eine Renovierung – die Wahl des Bodens gehört zu den wichtigsten Entscheidungen bei der Raumgestaltung. Der Belag beeinflusst nicht nur die Lautstärke und das Gehgefühl im Zimmer, sondern wirkt sich auf den allgemeinen Wohnkomfort aus. Wer sich einen stabilen und beständigen Belag wünscht, hat die Wahl zwischen Parkett oder Vinyl. Grund genug, einen Blick auf die Besonderheiten der zwei Bodenarten zu werfen.

Vinyl als Boden für private und gewerbliche Räume

Viele Menschen verbinden Vinyl mit den tristen Belägen aus den 80er- und 90er-Jahren. Dieses Bild ist jedoch nicht mehr aktuell. Heutzutage gibt es ästhetisches Vinyl mit Holzoptik oder Steinoptik, das auf den ersten Blick kaum vom Original zu unterscheiden ist. Auch die Farbauswahl ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gewachsen. So gibt es die passende Dekorvariante für jeden Einrichtungsstil.

Die Eigenschaften von Vinylboden im Überblick

In Bezug auf die Zusammensetzung grenzen sich heutige Vinylböden deutlich von den Modellen der Vergangenheit ab. Als Belag aus Polyvinylchlorid (PVC) enthält der Boden Phthalate – auch als Weichmacher bekannt. Seit der Jahrtausendwende herrschen in der EU strenge Vorgaben zur erlaubten Menge und Art an Phthalaten in Kunststoffprodukten wie Vinylboden. Somit ist modernes PVC gesundheitlich vollkommen unbedenklich.

Ob Parkett oder Vinyl besser ist, hängt auch von der geplanten Nutzung des Raums ab. PVC zeichnet sich durch hervorragende physische Eigenschaften aus. Es hält hohen mechanischen Belastungen stand, ist abriebfest und fußwarm. Mit seiner antibakteriellen, kratzfesten und pflegeleichten Oberfläche ist es für Menschen mit Allergien und/oder Haustieren geeignet.

Vorteile von Vinylboden:

  • zahlreiche Designoptionen mit Holz- oder Steindekor
  • langlebig, fußwarm und robust
  • hygienischer als Teppichboden
  • pflegeleicht und wasserfest
  • kratzfest und für Haustiere geeignet
  • für Menschen mit Allergien ideal
  • leise und mit Fußbodenheizung nutzbar (bei Verklebung)
  • in Feuchträumen einsetzbar

Angesichts der vielen Vorteile von Vinylboden, sind die nachteiligen Aspekte überschaubar. Sie beziehen sich hauptsächlich auf die umständliche Verlegung. PVC-Belag sollte großflächig verklebt werden, da dies den Tritt- und Gehschall minimiert und die Wärme der Fußbodenheizung optimal weiterleitet.

Für ein makelloses Endergebnis ist jedoch eine gewissenhafte Vorbereitung des Untergrunds gemäß DIN 18365 wichtig. Demnach muss der Boden sauber, trocken, tragfähig, rissfrei und ebenmäßig sein. Vinyl zu kleben, ist für Laien kaum in Eigenregie möglich – dies führt zu zusätzlichen Kosten. Zudem ist diese Bodenart keine Option für Personen, die sich einen Belag aus Naturmaterial wünschen.

Nachteile von Vinylboden:

  • Verlegung durch Profi nötig (bei Verklebung)
  • besteht vollständig aus Kunststoff

Der organisatorische und finanzielle Aufwand für die Verklebung von PVC entfällt bei Klickvinyl. Es verfügt über speziell verarbeitete Seitenprofile, die ineinander geklickt werden. Bei dieser schwimmenden Verlegung sind jedoch eine Trittschalldämmung sowie eine Dampfsperre erforderlich.

Die Eigenschaften von Parkett im Überblick

Parkettboden ist ein Klassiker und entsprechend beliebt für die Gestaltung von Wohn- und Geschäftsräumen. Der edle Belag ist als massive oder mehrschichtige Ausführung erhältlich. Als Ausgangsmaterial dienen verschiedene Hölzer, die jeweils individuelle physische Eigenschaften aufweisen. So kann Parkettboden je nach Modell zum Beispiel aus hell- bis mittelbraunem Eichenholz oder dunklem Nussbaum bestehen.

Parkett als Boden für private und gewerbliche Räume

Als Belag aus echtem Holz liegt der Vorteil von Parkett in seiner Natürlichkeit. Es schenkt dem Raum eine vertraute, warme Atmosphäre und harmoniert mit jedem Wohnstil. Im unversiegelten Zustand nimmt es die Feuchtigkeit im Zimmer auf und gibt diese allmählich wieder ab. Auf diese Weise kann Parkett das Raumklima positiv beeinflussen. Die einzigartige Maserung des Holzes sorgt für ein besonderes Gehgefühl.

In Bezug auf Stabilität und Strapazierfähigkeit weist Parkett dieselben Vorteile auf wie Vinyl. Anhaltendem Druck durch schwere Möbel hält es problemlos stand. Durch die strukturierte Oberfläche treten kleinere Kratzer kaum hervor – ein wichtiger Punkt beim Zusammenleben mit Haustieren. Sollten größere Beschädigungen auftreten, kann der Parkettboden abgeschliffen und neu versiegelt werden.

Vorteile von Parkettboden:

  • aus Naturmaterial
  • warme, einladende Optik
  • langlebig, fußwarm und widerstandsfähig
  • hygienischer als Teppichboden
  • kratzfest und für Haustiere geeignet
  • mehrfach abschleifbar bei sichtbaren Beschädigungen
  • leise und mit Fußbodenheizung nutzbar (bei Verklebung)

Parkett sorgt für hohen Wohnkomfort und überdauert mehrere Jahre intensive Nutzung unbeschadet. Dem gegenüber steht der hohe Aufwand für die Erst- und Unterhaltspflege. Darüber hinaus weist der Echtholzboden einen höheren Quadratmeterpreis auf als PVC.

Nachteile von Parkettboden:

  • preisintensiv
  • anspruchsvoll in der Pflege
  • Verlegung durch Profi nötig (bei Verklebung)
  • nur bedingt für Feuchträume geeignet

Für Bad, Dusche und andere Feuchträume sind nur bestimmte Parkettvarianten geeignet, da einige Holzarten stark auf das Raumklima und die Luftfeuchtigkeit reagieren. Ob das gewünschte Modell im Nassbereich verlegbar ist, geht aus der Produktbeschreibung des Herstellers oder Händlers hervor.

Ist Parkett oder Vinyl besser?

Wie der direkte Vergleich zwischen Vinyl und Parkett zeigt, weisen beide Beläge Vorteile und Nachteile auf. Als robuster Boden ist PVC antibakteriell, pflegeleicht und mit Holz- oder Steindekor verfügbar. Moderne Modelle kommen der Textur und der Ästhetik von echtem Holz sehr nah, bestehen jedoch vollständig aus Kunststoff.

Parkettboden ist eine natürliche Alternative und kann bei Bedarf mehrfach abgeschliffen werden, um sichtbare Schäden auszubessern. Der Belag aus Echtholz ist jedoch teurer und pflegeintensiv. Ob Parkett oder Vinyl der bessere Boden ist, entscheidet sich somit stets im Einzelfall. Das individuelle Budget sowie der voraussichtliche Beanspruchungsgrad des Raumes können als Orientierungshilfe bei der Auswahl des optimalen Belags dienen.

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