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Nicht schlecht gestaunt hatte ein schottischer Reisender im 19. Jahrhundert, als er im Norden Indiens feststellte, dass das dort ansässige Volk aus Blättern eines Strauches einen schmackhaften Aufguss zubereitet. Bislang glaubt man bis dahin nämlich, das Kochen von Tee sei eine Tradition, die nur im asiatischen Raum existiere. Heute ist der Assam-Tee, der auf diese Art und Weise entdeckt wurde, buchstäblich in aller Munde. Dieser Artikel zeigt, was es mit dem geheimnisvollen Kraut auf sich hat.

Vom Geheimtipp zum Allrounder

Hierzulande findet man unter der Bezeichnung „Assam-Tee“ in der Regel Schwarztees, seltener auch Grüntees. Der Assam-Tee war lange Zeit eine regelrecht exotische Spezialität und wurde mühsam aus Indien exportiert. Heute gehört die Region Assam in Indien zum größten Teeanbaugebiet der Welt und versorgt Menschen in aller Welt mit der begehrten Sorte. Bio Assam Tee in hochwertiger Qualität findet man natürlich mittlerweile auch in Deutschland, etwa im Bio-Laden oder beim Online-Versandhandel. Kaum zu glauben: Die indische Teesorte ist heute sogar Hauptbestandteil der in Deutschland populären Teemischung des „Ostfriesen-Tees“.

Das Blatt hat seinen Weg vermutlich über die extensiven Handelswege zwischen Indien und den Küstenregionen Norddeutschlands in die dortige Kultur gefunden. Assam-Tee ist vor allem wegen seiner mild belebenden Wirkung und seinem eigentümlichen, angenehm kräftigen Geschmack beliebt, der einige Konsumenten an Honig erinnert.  Überall auf der Welt, wo kräftiger Schwarztee angeboten wird, finden sich auch Mischungen mit Assam-Anteilen. Man kann generell festhalten: Wer schon einmal in einem guten Restaurant oder Café eine kräftige Schwarzteemischung bestellt hat, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Assam-Mischung erhalten.

Wie trinkt man Assam-Tee?

Es herrschen unterschiedliche Ansichten darüber, wie man seinen Schwarztee zu trinken hat. Die klassische Variante, wie sie auch in Nordindien üblicherweise angeboten wird, ist der pure Teegenuss ohne Zusätze. In bestimmten Regionen der Welt bevorzugt man allerdings Variationen davon. Wer in Norddeutschland die bekannte Ostfriesen-Mischung bestellt, bekommt dazu in der Regel Kandiszucker und Sahne gereicht. Der Zucker, den die Ostfriesen verwenden, ist üblicherweise ein großer, weißer Kandiszucker und hört auf den Namen „Kluntje“. Die Sahne sollte sehr vorsichtig zum Tee dazugegeben werden.

Je nach Region verbietet es sich auch, die Sahne in den Tee einzurühren, sie soll bestenfalls auf der Tasse „schweben“. Der Zucker und die Sahne verbinden sich gut mit dem eigentümlichen Geschmack der Assam-Mischungen, der als malzig, kräftig und dezent süßlich beschrieben wird. Hochwertiger Assam-Tee weist nach einem kurzen Brühvorgang bereits eine kupferrote bis dunkel-bräunliche Farbe in der Tasse auf. Üblicherweise sollte der Tee nicht länger als fünf Minuten ziehen.

Die belebende Wirkung des Schwarztees wird intensiver, wenn er zwischen einer und drei Minuten zieht. Wer ihn zu lange ziehen lässt, riskiert, dass das Getränk bitter schmeckt. Das sollte einem bei dieser exklusiven und wohlschmeckenden Teesorte lieber nicht passieren.