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In den Wohnungen unserer Zeit dominiert derzeit eine Kultur des Verzichts: Wenig soll es sein – und viel Platz! Minimalismus ist angesagt. Manch einem kommt es vor, als sei die innere Reduktion eine Gegenbewegung zu unserer übervollen Welt. Aber woher kommt Minimalismus? Und warum gefällt er uns gerade jetzt so gut?

Minimalismus ist im Trend

Noch vor nicht allzu langer Zeit galt viel Besitz als ein Zeichen von Erfolg. Und wer nicht allzu viel hatte, musste das Wenige wenigstens so prunkvoll wie möglich aussehen lassen. Der Protz war geboren: Ornamente, Schnörkel, dickes Auftreten, Plastikgold etc. Das ist heutzutage geradezu verpönt. Wir leben in einer postmateriellen Welt. Nicht nur ist es kaum noch Ausdruck von Reichtum, viel zu besitzen (weil man viel auch sehr günstig erwerben kann), es ist geradezu verpönt. Die Ressourcen des Planeten leiden unter unserer Konsumwirtschaft. Deswegen ist ein zurückhaltender Stil heutzutage angesagter. Bei vielen Designern, die auf der Höhe der Zeit agieren, ist das mittlerweile ablesbar.

Die Designleuchten von Holy Trinity sind ein gutes Beispiel dafür, wie moderner Minimalismus aussehen kann. Die Lampen sind in ihrer Form auf das Wesentliche begrenzt – und sehen doch sehr modern und schick aus. In der Masse können solche zurückhaltenden Designs dafür sorgen, dass Zimmer und ganze Wohneinheiten angenehm luftig und nicht so überfrachtet aussehen. Der Minimalismus ist nicht nur eine ökonomische Kategorie, sondern hat sich auch zu einer eigenen ästhetischen Formsprache entwickelt: Wer sich minimalistisch einrichtet, lebt bewusst, auf sich selbst besonnen und schonend.

Menschen sehnen sich nach Einfachheit und Ruhe

Viele Gegenstände können auch einen enormen Druck auslösen, denn: Alles, was man besitzt, muss man auch mit sich herumschleppen. Das wird vielen Menschen nicht nur beim Umzug bewusst. Der Blick auf ein übervolles Bücherregal kann durchaus schon überfordern: „Die müsste ich dringend mal aussortieren“, denkt man sich dann. Wenn es einem mit etlichen Einrichtungsgegenständen und anderen Objekten des Besitzes so geht, empfindet man seine Wohnung schnell nicht mehr als Rückzugsort, sondern als das genaue Gegenteil: ein Ort, an dem noch mehr Arbeit wartet als im Büro. Aufräumen, Abstauben, Sortieren, Ausmisten – all das sind Tätigkeiten, die sich mit vielfachem Besitz potenzieren.

Deswegen empfehlen nicht nur Einrichter, sondern sogar Psychotherapeuten, dass man seinen Besitz auf ein Minimum reduzieren sollte und nur das behält, was man wirklich aktiv regelmäßig nutzt. Das entspannt den Alltag enorm. Weniger Gegenstände bedeuten weniger Verantwortung. Weniger Erinnerungen bedeuten weniger emotionalen Ballast. Gerade in einer Zeit, in der die Arbeitswelt immer mehr kognitive Ressourcen verlangt und wir unseren Alltag manchmal als geradezu überfordert wahrnehmen, ist der Minimalismus eine Insel der Ruhe und Entspannung. Das ist natürlich keine Zauberformel für Jedermann – aber warum sollte man es nicht einmal ausprobieren?