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Wer sich Existenzgründer, Freelancer und Startup nennt, der hat sich einen Traum verwirklicht und die Möglichkeit, flexibel und selbstbestimmt zu arbeiten. Zugleich muss diese Personengruppe gegen immense Kosten ankämpfen, die den Traum von der Selbstständigkeit schnell in einen Albtraum verwandeln. Es fallen zahlreiche Kosten an, wie zum Beispiel die private Krankenversicherung, Gehälter für eventuelle Mitarbeiter, Mieten sowie sonstige Kosten für Software und Büroartikel.

Hinzufügend müssen Rücklagen für das Alter gebildet werden, was für zahlreiche Selbstständige eine große Herausforderung darstellt. In Anbetracht dessen ist es wichtig, zu Sparmaßnahmen zu greifen – primär um die Existenz zu sichern, aber auch um in die Altersvorsorge zu investieren. In diesem Beitrag liefern wir Ihnen vier Ratschläge, wie Sie als Selbstständiger Geld sparen können.

1. Überblick über die Finanzen bewahren

Bevor es darum geht, Sparmaßnahmen einzuleiten, gilt es, einen Überblick über die Finanzen zu schaffen. Haben Sie zum Beispiel bereits ein Geschäftskonto eröffnet? Dieses hilft nicht nur dabei, private Finanzen von geschäftlichen zu trennen, sondern erleichtert Ihnen auch die Arbeit mit dem Finanzamt, da die meisten Geschäftskonten eine Integration von Buchungssystemen erlauben, um die Prozesse zu beschleunigen. Auch empfehlen wir Programme zu nutzen, mit denen Sie Ihre Einnahmen sowie Ausgaben tracken. Bedingt durch die vielen Kosten kann man schnell die Übersicht verlieren – nicht aber, wenn Sie jedes Detail vermerken.

Wer klare Strukturen schafft und die Übersicht über das Geld bewahrt, der kann letztlich auch Geld sparen, da laufende Kosten geprüft und Ausgaben identifiziert werden können, die unter Umständen nicht nötig sind.

2. Miete & Nebenkosten

Natürlich ist es schön, ein eigenes Büro für sich und gegebenenfalls für die Mitarbeiter zu haben – doch zugegebenermaßen geht das ziemlich ins Geld. Haben Sie bereits die Option in Erwägung gezogen, im Home-Office zu arbeiten? Oder gibt es wenigstens die Möglichkeit, einen Raum im Büro unterzuvermieten? Wenn Sie sich zum Beispiel mal mit Kunden oder Mitarbeitern treffen müssen, gibt es zahlreiche Mietbüros oder auch sogenannte Co-Working-Spaces, die sich auf stündlicher, täglicher oder auch wöchentlicher Basis mieten lassen. Natürlich ist W-Lan-Zugriff sowie die Nutzung von Seminarräumen inbegriffen.

Wenn es schon ein Büro sein muss, so denken Sie über die Nebenkosten nach – insbesondere Strom und Gas. Wussten Sie, dass rund 75 % aller deutschen Haushalte Strom sowie Gas von weitaus teureren Anbietern beziehen? Dabei liegt das Sparpotenzial bei mehreren hundert Euro im Jahr. Den Anbieter zu wechseln kann einen merklichen Unterschied machen. Wir empfehlen auch, sonstige Abos zu prüfen, zum Beispiel Zeitungen, Mobilfunkanbieter und Lizenzen für Software, die Sie benötigen. Vergewissern Sie sich, dass Sie nicht mehr Geld ausgeben als Sie es sollten.

3. Einrichtung und Bürobedarf

Besonders wenn Sie im Homeoffice arbeiten ist es nicht nötig, die nagelneusten Einrichtungsgegenstände zu erwerben. Hier besteht zum Beispiel die Möglichkeit, in Second-Hand-Shops das Glück zu versuchen – oder auf eBay oder anderen Online-Marktplätzen ein Schnäppchen zu landen. Wahrscheinlich werden Sie auch einiges an Bürobedarf benötigen – Druckerpapier, Visitenkarten, Flyer, Kugelschreiber und vieles mehr. Hier empfehlen wir, die Artikel online und in größeren Mengen einzukaufen – so erhält man die obengenannten Artikel zu Topkonditionen.

Zwar lässt sich hier nicht so viel Geld sparen wie zum Beispiel bei der Miete, jedoch macht auch Kleinvieh Mist. Hier lässt sich zusätzlich Geld sparen, da Sie diese Ausgaben als Betriebsausgabe verrechnen und somit von der Steuer absetzen können – was uns zum nächsten Punkt führt.

Exkurs – was kann man als Selbstständiger alles von der Steuer absetzen

Selbstständige können von zahlreichen Steuerminderungen profitieren, von denen sie vielleicht gar nicht wissen. Dazu gehören unter anderem:

  • Bewirtungskosten und Geschäftsreisen
  • Mieten und KFZ-Kosten
  • Büroeinrichtung, Softwares und Laptops
  • Arbeitskleidung
  • Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie viele mehr.

Die Liste der absetzbaren Dienstleistungen und Einkäufe ist sehr lang und würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, jedoch ergibt sich hierbei riesiges Sparpotenzial, das nur darauf wartet, ausgeschöpft zu werden.

4. Outsourcing

Es gibt zahlreiche Aufgaben, die nicht nur lästig sind, sondern auch einen überproportional hohen Anteil Ihrer Zeit beanspruchen. Wie wäre es mit Outsourcing? Dies gilt insbesondere für Aufgaben, in denen Sie kein Experte sind und erstmal viel Zeit benötigen. Dazu können zum Beispiel gehören:

  • Übersetzungen
  • Lektorat
  • Buchhaltung
  • Sonstige Tätigkeiten einer virtuellen Assistenz

Dies gibt Ihnen sowie Mitarbeitern die Möglichkeit, sich auf Projekte zu konzentrieren, die zum Kerngeschäft gehören und wichtiges Geld einbringen: zum Beispiel die Kundenakquise.

Fazit

Aufgrund der Eigenverantwortung ist die Selbstständigkeit ein reizvolles Konzept für viele Arbeitgeber. Eigenverantwortung bedeutet jedoch auch, für alle Kosten selbst aufzukommen und für das Alter vorzusorgen – umso wichtiger ist es dann, Geld zu sparen und keine unnötigen Investitionen zu tätigen. Selbstständige können bereits bei der Miete Geld sparen – indem Sie im Home-Office arbeiten und gelegentlich ein Co-Working-Space nutzen oder auch einen Teil des Büros untervermieten. Sollte auch dies keine Option sein, so sollten laufende Nebenkosten geprüft werden.

Auch bei der Einrichtung sowie beim Bürobedarf lässt sich Geld sparen. Einrichtung kann in Second-Hand-Shops erworben werden, während Büroartikel online und in größeren Mengen meist günstiger sind. Besonders hilfreich ist es, private von geschäftlichen Einnahmen und Ausgaben zu trennen, indem man ein Geschäftskonto eröffnet. Online-Vergleichsportale wie Financer bieten die Möglichkeit, zahlreiche Anbieter zu vergleichen und ein passendes Konto zu finden.