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Eigentlich gilt es ja als modisches tabu, wenn zwei Menschen auf lokal begrenztem Raum die gleichen Klamotten tragen. Nicht aber für Familien. Es gibt viele gute Gründe, einen Look für Eltern und Kinder innerhalb der Familie zu etablieren. Und die Designer haben das erkannt: Sie bieten viele ihrer Stücke als spezielle Familienkollektion an.

Wie kann ein Familienlook aussehen?

Schicke Familienlooks können eine gehörige soziale Bindung zwischen den Familienmitgliedern herstellen. Denkbar ist entweder ein Look für die gesamte Familie oder ein Outfit für verschiedene Parteien, zum Beispiel Männer und Frauen (also Mutter-Tochert oder Vater-Sohn etc.) – wie es sie beispielsweise bei We Are Casual gibt. Entscheidend hierfür ist die Konstellation der Familie. Welchen Effekt hat die Partnerkleidung? Verschiedene Studien haben ergeben, dass ein nivellierter Kleidungsstil auch zu mehr Gleichheit innerhalb einer sozialen Gruppe führen kann.

Das kennen wir beispielsweise aus Schulen, die eine Schuluniform anbieten. Den Schülern sieht man ihre soziale Herkunft nicht so sehr an der Kleidung an. Das Ergebnis: Sie gehen untereinander besser miteinander um. Außerdem signalisiert die gleiche Kleidung – ähnlich wie bei einer Uniform – dass man zusammen gehört und sich zusammen einer Aufgabe verpflichtet hat. Sie hat buchstäblichen Wiedererkennungswert.

Nun ist das bei Familienkleidung natürlich eine andere Situation: Familienmitglieder kennen sich untereinander, sind sich in der Regel ohnehin recht ähnlich und haben kaum Schwierigkeiten, sich wiederzuerkennen. Trotzdem kann gleiche Kleidung insbesondere Kindern einen wichtigen Impuls liefern: Wir gehören zusammen, wir sind auf Augenhöhe und keiner ist etwas Besseres als der andere.

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Kleidung für Teams

Spannend wird es, wenn verschiedene Kleidungsstücke in Teams aufgeteilt werden, beispielsweise nach Geschlecht. Familien nutzen das oft, um sich im Urlaub gemeinsamen Aufgaben zu widmen, die eine bestimmte Arbeitsteilung benötigen. Aber Achtung: Verschiedene soziale Experimente, unter anderem mit Kindern auf Klassenfahrten, haben gezeigt, dass die Aufteilung in Teams nach gewissen Merkmalen immer auch das Risiko birgt, dass die Gruppen untereinander zu rivalisieren beginnen.

Das kann man vermeiden, indem man sich ganz konkreten Aufgaben widmet, die Teamwork erfordern. Familien können das hervorragend nutzen, um beispielsweise auf einem Ausflug oder im Urlaub klare Regeln bezüglich des Haushalts zu verteilen: Die Männer hacken Holz für den Kamin, die Frauen gehen einkaufen. Am Ende gilt es, ein gemeinsames Ziel zu vereinbaren. Das ist wichtig, damit es nicht zu Grabenkämpfen kommt. So kann ein gleicher Look für die Familie eine wichtige Bindungsfunktion erfüllen und gleichzeitig eine Menge Spaß machen.

Vor allem für Kinder ist der Partnerlook alles andere als albern. Dennoch sollte man ihnen ab einem gewissen Alter nicht die Möglichkeit vorenthalten, über Kleidung einen Teil ihrer Individualität auszudrücken. Partnerlooks eignen sich also hervorragen für gemeinsame Events und Ausflüge, sollten aber im Alltag mindestens um eine individuelle Komponente erweitert werden.