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Viele Frauen ahnen nicht, dass bestimmte Frisuren zu krankhaftem Haarausfall führen können. Unter Ballerinas ist das Problem hingegen durchaus bekannt: Der dort klassisch getragene hohe und eng gebundene Dutt, der die Haare einer hohen Zugkraft (Traktion) aussetzt, kann zu dauerhaftem Haarverlust führen. Dieser Artikel klärt auf, was Traktionsalopezie ist und für wen sie gefährlich werden kann.

Was ist Traktionsalopezie?

Unter Traktionsalopezie versteht man einen selbstverschuldeten Haarausfall, der durch sehr straffe Frisuren hervorgerufen wird, die die Haare an der Kopfhaut unter starke Spannung setzen. Zu solchen Frisuren oder Styling-Methoden gehören zum Beispiel Dutts, feste Pferdeschwänze aber auch Lockenwickler. Nicht einzelne Frisuren führen zur Traktionsalopezie, vielmehr bildet sich die Krankheit über einen langen Zeitraum hinweg aus.

Durch den starken Zug an der Haarwurzel kann sich diese über die Dauer verkrümmen. Das beeinflusst zunächst nur das Haarwachstum. Mit verkrümmten Haarwurzeln wachsen die Haare feiner nach als zuvor. Im späteren Krankheitsverlauf bildet die Haarwurzel gar kein neues Haar mehr, es kommt zum vollständigen Wachstumsstopp.

Was hilft gegen Traktionsalopezie?

Von Traktionsalopezie betroffen sind vor allem Frauen, die aus beruflichen oder modischen Gründen ständig sehr fest gebundene Frisuren tragen (müssen). Das betrifft beispielsweise die eingangs erwähnten Ballerinas aber auch Stewardessen oder Schauspielerinnen. Aktiv hilft gegen Traktionsalopezie nur ein regelmäßiges Wechseln der Frisuren. Wer also aus beruflichen Gründen oft strenge Zöpfe oder einen Dutt tragen muss, der sollte wenigstens nach Feierabend die Haare bewusst öffnen und den Haarwurzeln etwas Entspannung gönnen.

Wie erkenne ich, ob ich von Traktionsalopezie betroffen bin?

Es gibt sehr viele verschiedene Formen von Haarausfall. Sie richtig zu erkennen ist eine grundsätzliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie. Vom kreisrunden Haarausfall unterscheidet sich die Traktionsalopezie beispielsweise dadurch, dass letztere das gesamte Haarbild betrifft, ersterer zunächst hingegen nur einige bestimmte Stellen an der Kopfhaut. Wer im fortschreitenden Alter Haare verliert und diese zudem nur unregelmäßig gebunden oder gesteckt hat, leidet höchstwahrscheinlich eher am erblich bedingten Haarausfall.

Gegen beinahe alle Formen des Haarausfalls helfen im fortgeschrittenen Stadion nur Haatransplantationen oder Hilfsmittel wie Perücken. Im Gegensatz zum erblich bedingten oder kreisrunden Haarausfall kann man einer Traktionsalopezie aber wenigstens noch vorbeugen, indem man seine Haare keinen starken Zugkräften aussetzt und auch bewusst auf enge Hüte, Schleifen etc. verzichtet.

Bei akutem Haarausfall: Frühes Einschreiten verringert den Leidensdruck

Besonders für Frauen ist jegliche Form von Haarausfall oft eine sehr große Belastung. Viele Frauen definieren sich über die Schönheit ihrer Frisur und bekommen berechtigterweise große Ängste, wenn sie feststellen, dass die Haare dünner werden oder gar ausfallen. Eine frühe Behandlung kann hier das Schlimmste verhindern. Wer zeitig genug mit einer professionellen Haartransplantation anfängt, kann bestenfalls sogar verhindern, dass der fortschreitende Haarausfall von der Außenwelt überhaupt bemerkt wird.

Verschiedene Methoden bieten sich hier für unterschiedliche Stadien des Haarausfalls an. Einige davon sind zunächst rein optischer Natur und bewirken eine vollere Struktur. Andere wiederum transplantieren echtes Haar an bestimmte kahle Stellen auf der Kopfhaut. Dank modernster Medizintechnik ist der Unterschied zum Originalhaar oftmals kaum zu bemerken.

Frauen, die befürchten, von Traktionsalopezie oder einer anderen Form von Haarausfall betroffen zu sein, sollten zunächst einen Arzt aufsuchen und sich anschließend bei Bedarf umfangreich über Behandlungsmethoden informieren.