haarkreide
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Mit einer originellen Frisur ergibt sich der perfekte Abschluss eines gekonnt abgestimmten Outfits. Dabei werden anhaltende und lang intensiv wirkende Arten der Haarfärbung aus praktischen Gründen häufig bevorzugt. Doch was tun, um spontane oder besondere Ideen kurzfristig umzusetzen? Muss dafür eigens ein Friseurstudio besucht werden? Oder gibt es eine einfache, schnelle und kurzfristige Lösung? Tatsächlich gibt es die, nämlich in der Form von Haarkreide.

Haarkreide – Grundlagen und Bestandteile

Wie wäre es, passend zur eigenen Laune und natürlich zum aktuellen Outfit, eine interessante, farbige Strähne ins Haar zu setzen? Ganz klar, einfach kurz färben oder tönen scheidet aus, aus mindestens zwei Gründen. Das ist nämlich aufwendig, dauert eine Weile und der Effekt bleibt meist eine ganze Zeit erhalten, wenngleich mit eventuell nachlassender Qualität. Grundsätzlich werden zur Herstellung von Haarkreide ähnliche Inhaltsstoffe genutzt wie bei üblicher Tafel- oder Straßenkreide. Darum kommt auch hier vornehmlich Kalk zum Einsatz als Farbgrundlage. Weiterhin werden Talkumpuder und verschiedene Farbpigmente eingesetzt. Der Puder wirkt zusammen mit einem ausgewählten Öl als Grundlage und Stabilisator, um das bröselige Pulver in einer praktischen Form auszuführen.

Im Vergleich zu flüssigen Haarfärbemitteln ist jedoch der Anteil an Ölen, Fetten und pflegenden Wirkstoffen in Haarkreiden sehr gering. Darum sollte bei häufiger Nutzung beachtet werden, dass diese Mischung zu trockenen und spröden Haaren führen kann. Die Nutzung von Conditioner und Pflegespülung wirkt dem jedoch effektiv entgegen. Übrigens kann es sinnvoll sein, statt Sprays zum Fixieren ein klassisches Haarwachs zu nutzen. Das bedeutet einen schönen, glänzenden Eindruck und bewirkt zusätzlichen Schutz für die Haare. Schließlich enthalten hochwertige Haarkreiden sogenannte Farbstabilisatoren. Das bedeutet nicht nur brillante und glänzende Farben, sondern auch eine zuverlässige Haltbarkeit.

Und das kann sich vor allem bei schwieriger Witterung und insbesondere bei Regen bemerkbar machen. Vielfach wird nämlich befürchtet, dass die Farbe auf Kreidebasis nicht gegen Feuchtigkeit standhält. Doch das Gegenteil ist der Fall, weshalb sich Haarkreide auch besonders positiv empfehlen lässt.

Hinweise und Anwendung

Wenngleich Haarkreide leicht anzuwenden ist und im Vergleich zu flüssigen Haarfarben auch mit wenig Schmutz zu rechnen ist, sollte die Anwendung ordentlich und achtsam stattfinden. Es ist zu empfehlen, ein leicht feuchtes Handtuch über die Schultern zu legen, um Haut und Kleidung vor herabfallenden Farbpartikeln zu schützen. Zwar ist der anfallende Kreidestaub sehr fein und bedeutet keine Probleme. Dennoch ist es sinnvoll, zur Sicherheit Kleidung und Haut zu schützen, um vor allem lästiges Reinigen zu vermeiden. Am besten wirkt die Haarkreide, wenn sie in frisch gewaschenem, vollständig trockenem Haar angewendet wird. Dazu wird jeweils eine Strähne vom Schopf getrennt, um mit der Kreide daran entlangzureiben.

Das kann so lange wiederholt werden, bis die gewünschte Farbintensität erreicht ist. Abschließend kann die Strähne mit ein wenig Haarspray oder Haarlack fixiert werden, um den Farbton frisch und haltbar zu machen. Bei gewelltem Haar und Locken, aber auch bei gefärbtem und strapaziertem Haar kann Haarkreide ebenfalls angewendet werden. Hier kann es hilfreich sein, die Strähnen etwas anzufeuchten. Außerdem hilft eine Kurspülung in diesen Fällen zusätzlich vor der Anwendung dabei, ein brillantes Ergebnis zu erhalten. Sind die Haare sehr spröde, können die Spitzen auch mit einem passenden Conditioner behandelt werden. Dabei gilt jedoch Sparsamkeit und die Reduzierung möglichst nur auf die Spitzen.

farbige haare
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Tipps zum Einrollen und fixieren

Ganz besonders praktisch wirkt ein Stück Folie, das beim Abstreichen der Kreide unter die Haarsträhne gelegt wird. So geht möglicher Staub nicht gleich verloren. Der Applikator wird nun nach Belieben vom Haaransatz aus über die Strähne gestrichen, bis das gewünschte Ergebnis erreicht wurde. Ein Trick für besonders effektive Farben ist das leichte Einrollen der Haarspitzen. Zum Abschluss sollte die farbige Strähne noch etwas fixiert werden. Zwar bleibt die Kreidefarbe zuverlässig an Ort und Stelle, ohne heftig abzublättern. Doch durch die Nutzung von Haarspray lässt sich die Brillanz noch besser hervorheben und erhalten. Mit Haarlack oder einem glänzenden Spray lassen sich besonders aufregende Effekte erzielen. Ebenfalls praktisch zeigt sich im Anschluss der Einsatz von Glätteisen, denn durch die Hitze werden die Farben bestens fixiert.

Haarkreide – Haltbarkeit und Entfernung

Durch die clevere Zusammensetzung von Haarkreiden und anhand einer soliden Vorbereitung der Haare ist deren Anwendung ebenso simpel wie das Entfernen. Durch Fixieren mit Spray oder Hitze bleibt das Ergebnis lange brillant und schön. Allerdings ist zu erwarten, dass Bewegung und Umwelteinflüsse dazu führen, dass die Farbe mehr oder weniger schnell verblasst. Meistens sind die Kreidefarben nach maximal 24 Stunden wieder verschwunden. Ist das nicht der Fall, tut eine intensive Haarwäsche in aller Regel die gewünschte Abhilfe. Pflegend und effektiv ist dabei der Einsatz von Peeling-Shampoo. In ganz wenigen Fällen kann es vorkommen, dass trotz aller Versprechen und Hinweise ein Farbstich erhalten bleibt.

Gerade stark gefärbte und sehr strapazierte Haare können dazu führen, dass sich Haarkreide länger hält als gewünscht. Wenn nichts helfen mag, kann eine Haarwäsche mit Apfelessig oder Essig-Essenz in verdünnter Form helfen, um komplett alle Farbpartikel aus den Haaren zu entfernen.

Varianten und Alternativen

Besonders praktisch und handlich sind Haarkreiden, weil sich diese einfach und effektiv nutzen lassen, auch bei trockenen Haaren. Alternativ zu Kreiden in gepresster, trockener Form können diese auch als flüssige Produkte genutzt werden. Der Vorteil zu den trockenen Kreiden besteht in der sehr exakten Anwendung und möglichst geringem Verlust. Anders als trockene Haarkreide überzeugen flüssige Alternativen durch die sehr lange Haltbarkeit der Farben. Während trockene Kreiden sehr leicht durch einmaliges Waschen oder sogar kräftiges Ausbürsten entfernt werden können, bedarf es dafür bei flüssigen Haarkreiden bis zu drei Haarwäschen. Hinzu kommt außerdem, dass vor allem empfindliche und trockene Haare bei flüssiger Haarkreide weniger leiden, weil hier auch pflegende Stoffe zum Einsatz kommen.

Eine ebenfalls interessante Alternative zu trockenen Haarkreiden sind sogenannte Strähnchenfarben. Diese werden immer wieder einmal angeboten und zwar in der Form von Mascara. Das bedeutet, dass anhand einer kleinen, feinen Bürste eine flüssige Farbe ins Haar gegeben wird. Diese Farben wirken intensiver und kräftiger, sodass sich auch in Kombination mit Kreidefarben interessante Möglichkeiten bieten können.

bunte haarkreide
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Haarkreide – Die Vorteile auf einen Blick

Eine zum Gesicht und zum persönlichen Stil passende Frisur bildet sprichwörtlich die Krönung einer gekonnten Gestaltung. Eine individuelle Frisur unterstreicht die modische Ambition und bildet so einen runden, sinnvollen Abschluss. Doch gerade mit Farben lassen sich ganz besondere Effekte erzielen. Allerdings besteht vielfach der Wunsch nach einer spontanen Möglichkeit, um bestimmte Partien betonen und hervorzuheben. Haarkreide bedeutet für diesen Wunsch eine optimale Lösung, denn die Anwendung funktioniert schnell und zuverlässig. Vor allem der besondere Applikator, in den die Farben eingelassen sind, besticht durch eine simple, aber effektive Handhabung.

Mit etwas Fixierung durch Haarspray oder -lack bleibt das Ergebnis lang frisch. Dennoch lässt sich Kreidefarbe sehr leicht wieder auswaschen und zwar in der Regel ohne ungewollte Rückstände oder Verfärbungen. Dabei können Kreidefarben durch ihre zuverlässige Nutzung ebenso überzeugen wie durch den Einsatz zertifizierter und für den Handel zugelassener Zutaten. Somit sind Irritationen und Haarschäden bei der Anwendung von Haarkreiden nicht zu befürchten.

Fazit

Trotz der guten Eigenschaften und vielseitigen Möglichkeiten können Haarkreiden gerade bei häufiger Nutzung auch zur Herausforderung werden. Darum wird regelmäßig berichtet, dass hartnäckige Farbreste nur schwer zu entfernen sind. Tatsächlich ist das zumeist der Fall, wenn die Haare besonders strapaziert, trocken und spröde sind. Aus diesem Grund ist es zu empfehlen, vor der Anwendung von Haarkreide eine pflegende Spülung zu nutzen. Vor allem sogenannte Leave-in-Conditioner haben sich diesbezüglich gut bewährt. Ansonsten besticht die Nutzung von Haarkreide durch ihre einfache und schonende Anwendung, auch bei empfindlicher Kopfhaut und selbst bei vergleichsweise dunklen Haaren.