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Knapp die Hälfte aller Männer und rund ein Drittel aller Frauen sind irgendwann in ihrem Leben von Haarausfall betroffen. So unterschiedlich die verschiedenen Ursachen dafür sind, so verschieden sind auch die Behandlungsmethoden.

Dieser Text gibt einen Überblick über die verschiedenen Formen von Haarausfall und wird zeigen warum insbesondere für viele Frauen vor allem die etwas schonendere Haarpigmentierung eine gute Methode ist, um Haarausfall effektiv entgegenzuwirken.

Haarausfall – Wie erkenne ich die Ursachen?

Um überhaupt von einem krankhaften Haarausfall sprechen zu können, müssen über einen längeren Zeitraum über 100 Haare pro Tag verlorengehen. Ein paar Haare verliert der Mensch täglich allein durch Abrieb, Bürsten oder Kämmen. Unter bestimmten Lebensumständen – zum Beispiel bei starkem Stress, falscher Ernährung oder übermäßiger Beanspruchung der Haare durch Sonneneinstrahlung, Färben oder ähnlichem – können ebenfalls kurzfristig die Haare ausfallen.

Stellt sich trotz Ausschluss dieser Ursachen ein längerfristiger, starker Haarausfall ein, sollte zunächst beim Hausarzt abgeklärt werden, ob es sich nicht eventuell um eine allergische Reaktion oder eine andere Krankheit handelt, mit der Haarausfall einhergehen kann. Handelt es sich aber definitiv um die sogenannte Alopezie, also den krankhaften Haarausfall, gilt es darüber hinaus verschiedene Typen zu unterscheiden.

Insbesondere bei Männern tritt sehr häufig ab einem gewissen Alter der erblich bedingte Haarausfall auf. Von ihm sind etwa 60 bis 80 Prozent der Männer und immerhin auch 20 bis 30 Prozent der Frauen betroffen. Gegen das Fortschreiten des erblich bedingten Haarausfalls lässt sich gemeinhin wenig tun, weswegen hierbei die Haare effektiv nur künstlich aufgefüllt werden können.

Eine medikamentöse Behandlung hilft in der Regel nur, den Prozess hinauszuzögern. Neben dem erblich bedingtem existiert zudem der sogenannten kreisrunden Haarausfall, der deutlich seltener ist. Dafür tritt er bei Männern und Frauen etwa mit gleicher Wahrscheinlichkeit auf. Hierbei handelt es sich um einer andere Form der Erkrankung, die aus sehr vielen verschiedenen Gründen auftreten kann.

In etwa 30 bis 40 Prozent der Fälle verschwindet der kreisrunde Haarausfall sogar wieder von allein. Sollte dies nicht passieren, sollte umgehend ein Hausarzt aufgesucht werden.

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Wie behandelt man erblich bedingten Haarausfall?

Erblich bedingter Haarausfall kann mit Medikamenten in der Regel nur begrenzt, aber nicht aufgehalten werden. Um ihm effektiv entgegenzuwirken, empfehlen sich verschiedene Methoden, die allesamt eint, dass sie mit einem mehr oder weniger aufwändigem Eingriff das Haarbild wieder in seinen Ursprungszustand zurückversetzen. Der Vorteil dieser Methoden liegt klar auf der Hand: Das Haar sieht äußerst natürlich aus – ganz im Gegensatz zu einer Perücke.

So funktioniert Mikro-Haarpigmentierung

Die professionelle Haarpigmentierung fungiert als etwas harmlosere Alternative zur Haartransplantation und empfiehlt sich vor allem für solche Patienten, bei denen der Haarausfall noch nicht zu stark fortgeschritten ist. Mit einer Art Tätowierung werden dabei auf der Kopfhaut Farbpigmente gestreut, die den Eindruck eines volleren Haars vermitteln.

Es handelt sich dabei aber nicht um eine echte Tätowierung in dem Sinne, dass die Pigmentierung für immer bleibt. Bei einer professionellen Haarpigmentierung wird dabei die Pigmentfarbe optimal an die natürliche Haarfarbe angepasst, sodass das Gesamtbild sehr natürlich aussieht.

Haarpigmentierung im Vergleich zu anderen Methoden

Bei der Mikro-Kopfhaut-Pigmentierung werden ganz ähnlich wie bei einer Tätowierung einige mikroskopisch kleine Nadelstiche an der Stelle auf der Kopfhaut gesetzt, an der das Haarwachstum besonders sichtbar verringert ist. Im Gegensatz zur deutlich aufwändigeren Haartransplantation wird dabei kein Gewebe entnommen. Wer mit Haarpigmentierung Erfahrung gemacht hat, wird feststellen, dass dabei weder starke Schmerzen noch eine Narbenbildung zu erwarten ist.

Zudem sind bei der Haarpigmentierung Ablauf und Heilung deutlich schneller: Bei einer vollwertigen Haartransplantation ist das Ergebnis nach einem umfassenden Heilungsprozess oftmals erst nach Monaten zu sehen. Die Haarpigmentierung wirkt in der Regel sofort nach Beendigung der etwa zwei- bis vierstündigen Behandlung.

Um die ohnehin geringen Schmerzen während der Behandlung zusätzlich einzudämmen, verwenden professionelle Kliniken bei der Kopfhautpigmentierung zudem eine spezielle Salbe, die die Haut beruhigt und leicht betäubt. Auch aus diesem Grund ist Haarpigmentierung für Frauen eine häufig gewählte Alternative zu anderen Methoden. Im Detail werden bei der Haarpigmentierung zwei Methoden unterschieden.

Eine der Methoden nennt sich „Point-Touch-Technik“ und erzeugt durch eine mehrfache Punktion der Kopfhaut den Anschein einer natürlichen Haarlinie. Diese Methode eignet sich insbesondere, wenn nur wenige kahle Stellen optisch wieder aufgefüllt werden sollen. Bei fortgeschrittenem Haarausfall kann zusätzlich die sogenannte Point-Line-Technik zur Anwendung kommen, die neben Punkten auch durchgezogene Linien auf die Kopfhaut zeichnet.

Damit wird insbesondere dem Umstand Rechnung getragen, dass eine punktuelle Haarpigmentierung oftmals nicht ausreicht, um längere Haare zu imitieren, wie es gerade von Frauen oft gewünscht ist.

Wie finde ich einen Spezialisten für Haarpigmentierung bei Haarausfall?

Die Mikro-Haar-Pigmentierung wird in der Regel bei Spezialisten in Fachkliniken vorgenommen, weil hierfür medizinisches Equipment nötig ist, welches nicht jeder Arzt zur Verfügung hat. Mittlerweile haben sich eine ganze Reihe von Anbietern auf dem Markt für Behandlungen von Haarausfall etabliert, sodass es mitunter schwer fällt, den Überblick zu behalten.

Allein schon wegen der unterschiedlichen Preise lohnt sich ein Vergleich der Anbieter: So treten bei der Haarpigmentierung Kosten auf, die sich stark am zusätzlich angebotenen Service orientieren – etwa, wenn zusätzlich zur eigentlichen Behandlung auch Anreise und Übernachtung fällig werden, die im Einzelfall direkt von der Klinik organisiert werden.

Gerade wegen der oft unüberschaubaren Vielfalt der angebotenen Behandlungsmethoden und ihrer Konditionen sowie Kosten haben es Betroffene oft schwer, einen passenden Anbieter zu finden. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, entsprechende Vergleichsportale zu nutzen, die sich speziell auf Haarkliniken konzentriert haben. Ein Beispiel dafür ist Top Hair Clinic, ein Vergleichs- und Informationsportal, das verschiedene Haarkliniken vorstellt und über die angebotenen Behandlungen umfassend informiert.

Muss man Haarausfall überhaupt behandeln?

Natürlich ist die Behandlung von Haarausfall, egal ob Transplantation oder Haarpigmentierung, kein medizinisch notwendiger Eingriff. Für viele Frauen kann eine plötzliche, ungewollte Reduktion der Haarpracht dennoch ein dramatisches Erlebnis sein. Für sie gehört die Frisur entscheidend zum Auftreten dazu, weswegen sie auch in die Pflege der Haare üblicherweise sehr viel mehr Zeit investieren als Männer.

Ihr Selbstbild definiert sich daher zu einem großen Teil über den Zustand ihrer Haare. Haarausfall kann in diesem Fall zu erheblichem Verlust von Selbstwertgefühl bis hin zur depressiven Zuständen und Angst vorm Verlassen des Hauses führen. Daher sollte Haarausfall gerade bei Frauen sehr ernst genommen und bestenfalls professionell behandelt werden.