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Neueste Zahlen des Deutschen Jagdverbandes zeigen: Frauen sind zwar unter den Jägern noch immer eine Minderheit, es werden aber stetig mehr. Aktuell sind etwa sieben Prozent der knapp 380.000 registrierten Jägern in Deutschland Frauen. Schon im vergangenen Jahr lag der Frauenanteil unter denjenigen, die einen Jagdschein beantragt hatten, bei knapp einem Viertel. Dieser Text beleuchtet, was es mit dem Jagdtrend bei Frauen auf sich hat.

Allein sein, frei sein, selbstbestimmt sein

Dass sich heutzutage mehr Frauen für die Jagd interessieren, könnte mit einem generellen gesellschaftlichen Wandel zu tun haben. Ehemalige Männerdomänen werden allgemein aufgebrochen, Frauen trauen sich insgesamt mehr zu. Dabei entdecken sie auch Vorzüge, die bisher nur Männern galten. Längst ist Jagen nicht nur ein Beruf, der wie früher zur Fleischproduktion und zur Arterhaltung im Wald beigetragen hat.

Viele Menschen schätzen auch die einzigartige Atmosphäre beim Jagen: Dass man auf sich allein gestellt ist, viel Zeit in der Natur verbringt, aufmerksam und konzentriert bleiben muss. In dieser Hinsicht hat Jagen etwas Meditatives. Der einsame Jäger, das war jahrzehntelang ein Männerbild, das konsequent unter Berufung auf die angeblich geduldigeren und weniger emotionalen Männer verteidigt wurde.

Heute wissen wir: Auch Frauen können jagen. Außerdem ist der Zugang zum Jagdschein und zum Equipment deutlich einfacher geworden als früher: Frauen, die sich fürs Jagen interessieren, können ihre Ausrüstung einfach online bestellen, beispielsweise bei LivingActive.

Leistungssport ohne Konkurrenzdruck

Ein weiterer Faktor könnte daran beteiligt sein, dass Jagen für Frauen eine immer attraktivere Sportart wird: Eine klassisches Konkurrenzbewusstsein fehlt. Klar: In einem großen Wald jagen meist mehrere Jäger und je nach Region existieren auch verschiedene Bräuche, nach denen Altjäger beispielsweise die erste Beute der Jüngeren streng beurteilen.

Grundsätzlich ist das Jagen aber eine Angelegenheit zwischen dem Jäger und dem Wald. Frauen müssen sich dabei nicht konstant prüfenden Männerblicken und blöden Sprüchen ausgesetzt fühlen, sondern können konzentriert ihrer Tätigkeit nachgehen.

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Einstiegsdroge in den Jagdsport: Hunde

Jagen als Freizeitbeschäftigung setzt sich oftmals auch über einen treuen Jagdbegleiter durch: den Hund. Dies könnte ein weiterer Grund dafür sein, warum sich Frauen überhaupt mit der Jagd beschäftigen. Viele populäre Hunderassen sind eigentlich Jagdhunde und brauchen eine regelmäßige Beschäftigung ähnlich der Jagd, um ausgelastet zu sein. Statt aufwändiges Hundetraining zu organisieren, begeben sich daher viele Menschen lieber direkt mit ihrem Hund in den Wald.

Wenn geeignete Jagdhunde die sogenannte Gebrauchshundprüfung bestehen, sind sie fürs Jagen ein optimaler Begleiter. Gleichzeitig ist die artgerechte Beschäftigung mit dem Hund ein tolles Erlebnis für Tier und Halter. Hunde lieben es, ihrem Halter zu dienen und einer fordernden Aufgabe nachzugehen. Wer einmal das Erlebnis gemacht hat, mit seinem Begleiter zusammen einen erfolgreichen Tag im Wald verbracht zu haben, wird es nicht mehr vermissen wollen. Das Geschlecht spielt dafür – wie so oft – keine Rolle.