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Seit einiger Zeit kann man insbesondere im Bereich Wohnen und Innenarchitektur einen Trend beobachten, der nicht nur die Designer verdutzt: Althergebrachtes wird als „vintage“ oder „antik“ vermarktet und verkauft. Hin und wieder verpassen einige Hersteller sogar ihren brandneuen Artikeln einen „gebrauchten“ Look, weil die Kunden genau dies mögen. Dieser Artikel zeigt, wo Vintage- und Antikmöbel zu ergattern sind und erklärt, woher die neue Nostalgie kommt.

Vintagemöbel: Was sich bewährt hat, ist wertvoll

Der neuerliche Drang zu „altmodischer“ Optik ist kein rein ästhetisches Bedürfnis. Vintage- und Antikmöbel sind auch deswegen so gefragt, weil man mit Gegenständen, die vor Jahrzehnten hergestellt wurden, ganz allgemein eine höhere Wertigkeit verbindet. Frei nach dem Motto: Was bis heute gehalten hat, wird auch in Zukunft noch halten. Bei Anbietern wie wohnpalast.de findet man eine Reihe von Vintage- und Antikmöbeln, die diesem Credo entsprechen.

Hieran wird klar ersichtlich, dass es sich beim Vintage-Trend um eine Gegenbewegung zum modernen Konsumkapitalismus handelt, der über die vergangenen Jahrzehnte vor allem dazu geführt hat, dass Produkte schnell und daher auch schnelllebig hergestellt werden. Eine Zeit lang galten Möbel-Discounter als das Maß aller Dinge: Die Kunden wollten schöne Einrichtungsgegenstände möglichst günstig kaufen und waren sogar bereit, sie in Einzelteilen zu kaufen und selbst aufzubauen.

Damit einher ging ein Produktionstrend zu billigen Materialien, die oft nur auf der Oberfläche einigermaßen hochwertig wirkten. Mittlerweile merken die Kosumenten allerdings, dass es sich auf Dauer nicht lohnt, billig produzierte Möbel zu kaufen, da diese schnell kaputt gehen und ersetzt werden müssen. Der Vintage- und Antiktrend lässt sich aber nicht nur anhand dieser wirtschaftlichen Überlegungen nachzeichnen.

Erhöhtes Nachhaltigkeitsbewusstsein macht Gebrauchtes und Antikes wieder attraktiver

Auch das Bewusstsein über die Endlichkeit der Ressourcen auf unserem Planeten macht den Kauf von antiken und/oder gebrauchten Gegenständen immer attraktiver für Konsumenten. Es geht  mitunter weniger darum, seine Einrichtungsgegenstände aus möglichst nachhaltiger Produktion zu kaufen, als vielmehr darum, überhaupt die Menge an hergestellten Möbeln mit seiner eigenen Kaufentscheidung so gering wie möglich zu halten. Auch damit lässt sich der neuerliche Konsumtrend erklären. Wer gebraucht kauft, schont die Ressourcen und erwirbt obendrein ein Produkt, das sich bewährt hat.

Natürlich hat ein solches Bewusstsein auch immer eine gewisse Sekundärästhetik zur Folge. Gekauft wird nicht nur, was alt ist, sondern auch, was alt aussieht. Wie die Produkte dabei tatsächlich hergestellt wurden, spielt unter Umständen gar eine nebensächliche Rolle. Fakt ist aber: Alt ist in – und mit reiner, romantisch verklärter Nostalgie hat das nichts zu tun. Es ist vielmehr ein Beweis dafür, dass die Konsumenten sehr wohl mit ihrer Nachfrage auch ein bestehendes Angebot gehörig umstrukturieren können.