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Immer mehr Menschen interessieren sich heutzutage für alternative Beziehungsmodelle. Eine davon ist die offene Beziehung. Für einige ist es eine regelrechte Horrorvorstellung, für andere wiederum eine interessante Option. Dieser Text klärt auf, was sich dahinter verbirgt – und wie das Beziehungsmodell vor allem für Frauen gut funktionieren kann.

Sexuelle Treue liegt nicht in unserer DNA

Auch wenn wir uns manchmal größte Mühe geben, es zu verleugnen: Der Mensch ist nicht dafür gemacht, ein Leben lang treu zu bleiben. Verschiedene Untersuchungen bestätigen, dass die sexuelle Attraktivität von Paaren zueinander im Laufe einer jahrelangen Beziehung in der Regel abnimmt. Natürlich bedeutet das nicht gleich, dass man in eine offene Beziehung wechseln muss. Trotzdem kann das sexuelle Verlangen nach Fremden größer werden.

Bei Männern tritt dieses zu allem Überfluss meist auch etwas eher auf als bei Frauen. Die Evolution hat Paarbeziehungen so angelegt, dass die Hormone, die wesentlich für eine stabile Bindung sind, bestenfalls so lange ausgeschüttet werden, bis die Kindererziehung nicht mehr die Kraft von beiden Partnern verlangt. Beim Mann wird das Bindungshormon daher oftmals etwas eher nicht mehr ausgeschüttet bei der Frau.

Wenn dieser Punkt erreicht ist, haben Paare mehrere Möglichkeiten. Viele entscheiden sich dafür, das Verlangen zugunsten einer stabilen und treuen Partnerschaft schlicht zu ignorieren: Warum sollte ich wegen eines primitiven Triebes aufgeben, was ich mir jahrelang mit meinem Partner erarbeitet habe? Für andere ist das aber keine Option.

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Offene Beziehungen: Schwierig, vor allem für den Mann

Zusätzlich zu den Trieben erschwert auch ein gewisses gesellschaftliches Ideal alternative Formen der Beziehungsführung. In puncto offene Beziehung ist es für Frauen oft leichter, sich an die sexuelle Untreue ihres Mannes zu gewöhnen. Viele nehmen sie sogar bereitwillig in Kauf, um ihre eigene Freiheit ausleben zu können. Für Männer gestaltet sich das oft schwieriger: Für sie ist die sexuelle Treue der Frau häufig ein integraler Bestandteil ihrer Männlichkeit.

Die treue Frau gilt als Beweis dafür, dass man ein besserer – oder zumindest kein schlechterer – Mann ist, als alle anderen Konkurrenten. Deswegen sind Männer, obwohl sie das vielleicht nicht immer zugeben würden, deutlich anfälliger für starke Eifersuchtsgefühle. Frauen sind nicht so häufig abhängig von der sexuellen Exklusivität. Für sie zählen andere Faktoren in einer Beziehung stärker, beispielsweise die Bindung an sich – also das Gefühl, viel wertvolle Zeit mit dem Partner verbringen zu können.

Natürlich ist jede Frau hier anders gestrickt. Generell sollten aber insbesondere Frauen, die die Beziehung öffnen wollen, äußerst vorsichtig mit den oft starken und manchmal versteckten Eifersuchtsgefühlen des Partners umgehen. Selbst wenn es so scheint, als könnte die Öffnung gut gehen, kann eine gewisse Probephase nicht schaden. Darüber hinaus helfen exakte Vereinbarungen, die beiden Partnern ein starkes Gefühl von Sicherheit geben.