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Unser Alltag ist voll mit wunderschön glänzenden Gegenständen. Oftmals ist uns gar nicht bewusst, dass die allermeisten Materialien nicht von Natur aus so schön glänzen, sondern aufwändig poliert wurden. Polieren ist als Handwerk beinahe allgegenwärtig – dennoch wissen viele Menschen nichts um diese wichtige Technik. Das merken sie vor allem, sobald sie mal selbst Hand anlegen wollen.

Der Klassiker: Polieren des Autolacks

Dieses Problem kennt nun wirklich jeder: Ein selbst- oder fremdverursachter Kratzer taucht im Lack auf und ruiniert das makellose Antlitz des Wagens. Oder aber der Lack ist ohne jeden Kratzer, glänzt aber durch alltägliche Abnutzung einfach nicht mehr so schön wie am ersten Tag. Hier hilft nur: Nachpolieren. Aber wie? Mit einer hochwertigen Poliermaschine lässt sich so ziemlich jeder Autolack problemlos wieder aufwerten. Auf eine andere Technik als eine professionelle Maschine sollte man dabei aber lieber nicht zurückgreifen. Poliermaschinen sind, wenn sie wirklich hochwertig sind, relativ leicht zu handhaben und können den Lack optisch extrem aufwerten.

Andere Methoden – etwa Lackstifte – decken entweder stärker ab als sie sollen und fallen daher besonders unangenehm auf oder können den alten Lack schlimmstenfalls dauerhaft schädigen. Ein weiterer Vorteil: Viele Poliermaschinen sind Multifunktionsgeräte. Sie eignen sich sowohl zum Polieren als auch zum Schleifen. Und: Wer einmal eine Poliermaschine im Haus hat, wird ganz sicher noch viele andere Verwendungsmöglichkeiten dafür finden.

Den Fußboden polieren: Eine Herausforderung

Mit dem Polieren des Fußbodens verhält es sich bei weitem nicht so einfach wie mit dem Polieren des Autolacks – auch wenn man meinen könnte, hier käme es insgesamt weniger aufs Detail an. Das ist grundsätzlich richtig, allerdings brauchen verschiedene Fußböden auch unterschiedliche Formen der Pflege. Und entscheidet man sich für das falsche Pflegemittel oder gar die falsche Methode, kann man den Fußboden auf Dauer ruinieren. Das wird wirklich teuer. Daher lohnt es sich, vor der Fußbodenpolitur ausgiebig nachzuschlagen, welches Mittel und welche Methode sich am besten eignet. Einfaches Laminat kann beispielsweise vergleichsweise grob behandelt werden. Beziehungsweise: Es muss sogar!

Ist der Boden hart und widerstandsfähig, braucht er eine kräftigere Behandlung, damit überhaupt Ergebnisse sichtbar werden. Handelt es sich um einen empfindlichen Boden, muss weicher nachpoliert werden, um keine langfristigen Schäden zu verursachen. Eine besondere Herausforderung sind geölte Fußböden. Diese sind zwar besonders schön, müssen aber mehrmals im Jahr nachgeölt werden. Erst dann können sie ausgiebig nachpoliert werden.

Ein Beispiel: Den Parkettboden schleifen, ölen und polieren

Eine Herausforderung ist für viele Menschen der Parkettboden: Dieser sieht nur besonders schön aus, wenn er geölt und poliert wurde – ansonsten verliert er nicht nur an Glanz, sondern neigt auch zum Splittern. Die richtige Behandlung funktioniert so: Zunächst muss der Parkettboden gründlich – und zwar wirklich gründlich – gereinigt werden, damit der Schmutz nicht die weitere Arbeit behindert. Besonders Staub kann sich während der Behandlung besonders hartnäckig festsetzen. Dann wird der Boden gründlich geschliffen – wie wir weiter oben bereits kennengelernt haben, eignen sich auch viele Poliermaschinen praktischerweise zum Schleifen. Danach sollte der geschliffene Parkettboden mit einem Öl gepflegt werden.

Je nachdem, wie lang die letzte Ölung her ist, muss der Boden unterschiedlich stark bearbeitet werden. Auch bei starker Abnutzung – etwa in Eingangshallen – empfiehlt sich eine regelmäßige Ölung. Bei besonders intensiver Nutzung des Bodens sollte dieser etwa 2 mal im Jahr geschliffen und geölt werden. Nachdem der Boden frisch geölt wurde, sollte das Öl mindestens eine Nacht lang ausgiebig einziehen können. Es versteht sich von selbst, dass man in dieser Zeit besser nicht über den Boden laufen sollte, sofern man das Öl nicht auch in sämtliche andere Regionen des Hauses verteilen möchte. Nach der Ölung folgt der spaßige Teil: Die Politur. Nun kann die professionelle Poliermaschine vom Schleifmodus auf den Poliermodus gestellt werden, gegebenenfalls wird auch ein anderer Aufsatz dafür verwendet.

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Worauf sollte man beim Kauf einer Poliermaschine achten?

Poliermaschinen gibt es in verschiedenen Ausführungen. Wichtig ist zunächst nur die Art des Antriebs und die zur Verfügung stehende Leistung. Um wirklich einen Effekt zu erzielen, sollte die Poliermaschine von einem elektrischen Motor angetrieben werden und über mindestens 1.200 Watt verfügen. Für Anfänger, die noch nie oder nur sehr wenig poliert haben, empfiehlt es sich weiterhin, eine Maschine mit sogenanntem Sanftlauf oder Sanftanlauf zu erwerben. Diese unterscheiden sich von Profi-Maschinen dadurch, dass sie nicht sofort ab dem Moment des Einschaltens mit voller Kraft loslegen. Die Maschine beginnt sich zunächst erst langsam zu drehen und steigert Stück für Stück die Drehzahl.

Damit kann man verhindern, dass man die Maschine ansetzt und durch eine falsche Handhabung zu viel Material abträgt – etwas, was bei leistungsstarken Maschinen schnell passieren kann und, wie man sich vorstellen kann, bei Autolack, Böden und sonstigen polierfähigen Oberflächen ausgesprochen ärgerlich sein kann. Hat man ein Gerät mit Sanftanlauf, kann man auch gefahrlos zu Modellen greifen, die höhere Drehzahlen von bis zu 9.000 Umdrehungen pro Minute erlauben. Falls die Möglichkeit besteht, sollte man die Poliermaschine einmal ausprobieren und ruhig bei höchster Drehzahl in der Hand gehalten haben. Die meisten Poliermaschinen sind mit einem ergonomischen Griff ausgestattet, der die Handhabung erleichtert.

Aber: Nicht jeder „ergonomische“ Griff passt in jede Hand gleich gut. Ein fester Griff ist aber gerade beim leistungsstarken Polieren unerlässlich. Eine weitere Rolle spielt dabei das Gewicht der Maschine. Schwere Maschinen erlauben nicht so lange Arbeitszeiten, weil der Arm dabei schnell ermüdet. Eine gute Maschine ist kräftig und zugleich leicht. Da dies technisch nicht immer einfach umzusetzen ist, sind diese Geräte aber meist auch entsprechend teurer als billige Modelle.

Arbeitserleichterung durch Polier-Pads

Wer häufiger polieren will, sollte außerdem über einen Vorrat an mehreren Polier-Pads verfügen. So nennt man die Aufsätze, die auf einer Poliermaschine angebracht sind. Unterschiedliche Polier-Pads sind außerdem für unterschiedliche Oberflächen geeignet. Diese Pads firmieren oft auch unter den Begriffen „Polierschwämme“ oder „Polierteller.“ Am besten lässt man sich von einem Fachmann beraten, wenn es darum gehen soll, welche Pads für welche Oberflächen wirklich geeignet sind – und welche sich lohnen, in der Hinterhand zu haben.

Mit einer professionellen Poliermaschine geht das Polieren leicht von der Hand und macht nach einer Weile sogar Spaß. Mit der Zeit stellt sich dann auch die entsprechende Erfahrung ein, die ein gleichmäßiges Ergebnis sicherstellt.