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DIY – Do it yourself ist seit Jahren einer DER Trends in der westlichen Hemisphäre. Galten Stricken und Basteln am Ende des letzten Jahrhunderts noch als uncool, zeichnete sich am Horizont jenseits des großen Teiches eine Trendwende ab. Die Frauen in den USA schritten mit den Stricknadeln in der Hand voran und proklamierten: Quit your day job and start knitting! (Kündige deinen Job und fang mit dem Stricken an!)

2005 eröffnet die erste Plattform für Selbstgemachtes

2005 stieß Etsy seine Pforten auf, eine amerikanische Shoppingplattform, die Hobbyhandwerkern und privaten Bastlern die Möglichkeit eröffnete, ihre selbst gemachten Werke an den Mann oder die Frau zu bringen. Tatsächlich waren es viele gestrickte Waren, die dort bestellt werden konnten, doch das Sortiment erweiterte sich schnell um zahlreiche, originelle, selbst hergestellte Dinge aus Stoff, Ton, Holz, Perlen, Keramik und Schmuckdraht.

Als zwei Jahre später das deutsche Pendant „dawanda“ eröffnet wurde, war der Damm auch in Deutschland endgültig gebrochen. Auch hierzulande begannen die Leute begeistert, handgemachte Dinge zu kaufen. Und: selbst zu nähen! Denn neben Schals, Püppchen und Holzspielzeug gab es plötzlich auch viele Stoffe online und sonstiges Zubehör für das kreative Handwerk zu kaufen.

Aktuelle Stofftrends für Groß und Klein

Aktuell liegen bunt bedruckte Jerseys voll im Trend. Diese dehnbaren Stoffe aus reiner Baumwolle gibt es in den schönsten Mustern und Farben. Mit ihnen lassen sich nicht nur für die kleinen Modefans herrlich sitzende Shirts, Kleider und Röcke nähen, auch große Fashionistas sind von den einzigartigen Designs begeistert. Für ein kleines Projekt wie ein paar Stulpen oder einen Schlauchschal genügt ein kleines Stück Stoff, sodass auch Reste immer eine Verwendung finden. Ehe man sich versieht sitzt das eigene Kind an seiner kleinen Kindernähmaschine und fertigt modische Teile für die Puppe an. Kreativität ist ansteckend!

Nähen und Werkeln werden zu einem regelrechten Boom

Die Hersteller von Nähmaschinen, Stickmaschinen und Nähgarn erlebten in den letzten Jahren einen regelrechten Boom. Es wurde zu einem Trend, sich schicke Kleidung und Einzelstücke selbst zu nähen und damit seiner Individualität Ausdruck zu verleihen. Kissenhüllen, Röcke und selbst Blusen sind leicht genäht und das kreative Werkeln ist ein tolles Hobby. Das liegt einfach daran, dass die meisten von uns im Job von ihrer Tätigkeit entfremdet sind. Es ist einfach schön, etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen.

Und natürlich ist das Nähen auch eine Frage des Budgets! Selber machen spart am Ende Geld. Natürlich ist eine Nähmaschine eine Anschaffung, und auch die schönen Stoffe schlagen mit einem gewissen Preis zu Buche. Doch die hochwertigen Stücke, die in Heimarbeit entstehen, halten auch viel länger als die Teile aus der Fast Fashion Industrie, die noch dazu die Umwelt schädigen.

Wie soll man am Besten anfangen?

Wer mit dem Gedanken spielt, sich selbst einmal an den verschiedenen kreativen Techniken zu versuchen, der weiß oft nicht, wo er beginnen soll. Hier hilft häufig ein kleiner Blick in die Vergangenheit! Hat man vielleicht mit der Oma zusammen gestrickt, konnte sich für den Werken-Kurs begeistern oder saß faszinierend neben der Nähmaschine, wenn Mama die Hosen gekürzt und die Kleider ausgebessert hat? An diesem Punkt kann man ansetzen und alte Leidenschaften neu entdecken. Die benötigten Accessoires sind dann von der gewählten Stilrichtung abhängig.

Wenn es um das Thema Mode geht, dann kommt man um eine Nähmaschine kaum herum. Es gibt selbst in Discountern immer wieder tolle Angebote für Einsteigermaschinen, mit denen man hervorragende Ergebnisse erzielen kann. Wenn sich das Hobby zur Leidenschaft auswächst, kann man seinen Maschinenpark immer noch erweitern.

Neben der Nähmaschine, einer Zuschneidematte, einer guten Stoffschere und Garn braucht man natürlich noch ein Projekt und den passenden Stoff. Ob Taschen oder Dessous, Mantel oder Bluse, es gibt für jeden Geschmack das passende Schnittmuster. Eine der größten Hersteller ist das Label Farbenmix, das mit vielen Schnittmustern und den passenden, detaillierten Fotoanleitungen zu begeistern weiß. So schafft jeder den Einstieg in die große, bunte Welt es Nähens!

Viele Frauen (und auch Männer) machen sich auf der Grundlage ihrer Kreativität selbstständig

Neben einem breiten gesellschaftlichen Interesse an handgemachten Dingen, das sich auch in der wachsenden Zahl von entsprechenden Märkten zeigt, vollzieht sich auch bei vielen Frauen ein entscheidender Wandel. Sie ergreifen die Möglichkeit, von daheim aus kreativ zu werden und ihre Werke einem breiten Publikum anbieten zu können. Das funktioniert auch als Nebenjob und als eingespannte Mama sehr gut, weil man sich die Zeiten, in denen man arbeitet, frei einteilen kann. Andere hingegen verlegen sich auf den Verkauf von Stoffen und Zubehör, denn sie haben ein besonderes Gespür für Trends und schöne Dinge.

Solche Läden bleiben manchmal für immer sehr klein, andere wachsen über sich hinaus und erlangen sogar internationale Bekanntheit. So oder so ist klar: Dinge selbst zu erschaffen macht glücklich, handgemachte Dinge zu kaufen ebenso. Viele der Hersteller gehen auf individuelle Wünsche ein und liefern Produkte, die sich von den massenhaft angefertigten Teilen angenehm unterscheiden.