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Immer mehr nähert sich Streetwear heutzutage der ‚klassischen‘ Designermode an. Was eigentlich als Look von der Straße für die Straße konzipiert wurde, findet immer mehr auch seinen Weg auf die Laufstege. Und auch umgekehrt: Bei den großen Modenschauen in London und Madrid spielen Street-Styles mittlerweile eine große Rolle. Dieser Text zeigt, was dieses Jahr angesagt ist und sein wird.

Oben und unten: Luxus für die Straße

Einen guten Überblick auf die aktuellen Trends findet man im Segment Streetwear auf Planet Sports. Die Auswahl reicht hier von einfachen Styles bis hin zu wirklich ausgefallenen und auffälligen Mustern und Schnitten. Eine interessant Ambivalenz zeichnet sich vor allem im Hinblick auf Luxusmode im Street-Style ab. Die Straßenmode, die einst vor allem aus Gründen des Komforts und des geringen Preises in Abgrenzung zur Designermode der Reichen und Schönen getragen wurde, bedient sich immer mehr Luxuselementen.

So spielt beispielsweise Gold eine große Rolle. Auch angesagt: Clevere Mischungen zwischen Street-Komfort und Luxus-Appeal. Umhänget- und Umschnalltaschen sind bereits seit einigen Jahren so beliebt wie nie zuvor. Neu ist aber, dass es diese Taschen jetzt auch von Designermarken mit entsprechendem Look gibt. Die neue Straßenmode möchte das Feeling beibehalten, aber nicht zur Einheitsmode werden.

Außerdem ist es mittlerweile auch hier entscheidend geworden, seinen guten Stil nach außen präsentieren zu können. Das wird meist über kleine Details oder luxuriöse Accessoires erreicht. Jogginghose plus goldverzierte Tasche? Im Jahr 2019 kein Widerspruch mehr.

Woher kommt Streetwear?

Das, was wir heute Streetwear nennen, stammt eigentlich aus der Surfer- und Skater-Kultur. Auch Einflüsse aus der Hip Hop- und Punk-Subkultur haben Straßenmode entscheidend geprägt. Ursprünglich war Streetwear vor allem funktional. Später spielte auch ein gewisser Lifestyle und eine Abgrenzung zu anderen Stilen eine wichtigere Rolle. In den 70er- und 80er-Jahren wurde zum ersten Mal Mode entwickelt, die sich beispielsweise speziell zum Skaten eignet. Dabei handelte es sich um weite Stoffmode, die viel Bewegungsspielraum zuließ.

Auch die Schuhe wurden an das Skateboard-Fahren angepasst. Sie waren aus Stoff und Gummi, was ebenfalls maximal Flexibilität ermöglichen sollte. Damit war die Skate-Mode an sich schon etwas besonderes. Die Einflüsse aus diversen Subkulturen sorgten schließlich endgültig dafür, dass sich Streetwear als eine eigene Art der Mode etablieren konnte. Plötzlich waren alle möglichen Mischungen gängig: Tattoomuster auf Surfboards, Surfboards auf Schuhen, Camouflage als nicht-militärisches, modisches Muster auf den Hosenbeinen.

Streetwear trägt bis heute Spuren der Do-it-Yourself-Kultur. Ähnlich wie beim Hip Hop und beim Punk bediente man sich der Elemente, die bereits vorhanden waren, und verwandelte sie in etwas neues. Das war etwa vergleichbar mit der Technik des Remixens bei der elektronischen Musik. In diesem Sinne sind die aktuellen Trends nur eine logische Fortsetzung dieser Entwicklung: Was auf den Laufstegen der High Socienty angesagt ist, landet früher oder später in veränderter Form auch in der Straßenmode.