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In den vergangenen Jahren hat sich ein neuer Ernährungstrend etabliert, der auf den Namen „Superfood“ hört. Damit sind bestimmte Lebensmittel gemeint, die von Natur aus sehr viele wichtige Nährstoffe oder krankheitsabwehrende Substanzen beinhalten und somit beispielsweise zu mehr Gesundheit und/oder Leistungsfähigkeit führen sollen. Dieser Text betrachtet, was es mit dem Ernährungstrend auf sich hat und was Superfood wirklich bringt.

Was ist Superfood?

Besonders beliebt auf dem Markt für Superfood sind bestimmte Beeren, Algen, Samen oder Pulver. Am bekanntesten dürfte unter anderem die Goji-Beere sein, eine Beerenart, die in China und der Mongolei wächst. In China gehört die Goji-Beere zur sogenannten TCM, zur Traditionellen Chinesischen Medizin. Sie wird als Heilmittel für die unterschiedlichsten Krankheiten eingesetzt, beispielsweise bei hohem Blutdruck, bei erhöhtem Blutzucker oder gar gegen Krebs.

Daher dürfte die Beere auch den Ruf haben, ein besonders gesundes Lebensmittel zu sein. Hierzulande kann man Goji-Beeren nicht überall kaufen. Superfood-Händler wie Curly Superfood liefern sie nach Hause, darüber hinaus lässt sie sich höchstens in einigen Bioläden ergattern. Superfood-Enthusiasten integrieren die magischen Früchte zumeist in ihre tägliche Nahrung, beispielsweise indem sie sie morgens zu ihrem Müsli hinzugeben.

Tatsächlich sind Früchte wie die Goji-Beere reich an wichtigen Nährstoffen und können eine gute Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung sein. Der Effekt lässt sich in der Regel aber auch durch herkömmliches Obst und Gemüse erzielen – es ist aber mühsamer. Verlockend ist bei Superfood vor allem die extrem effiziente Dosierung. Eine Handvoll Beeren kann hier den gleichen Effekt haben wie ein ganzer Teller Obst. Superfood-Spezialisten treiben genau dieses Konzept daher noch weiter.

Besonders für Veganer kann es durchaus interessant sein, Superfood im Ernährungsplan mit aufzunehmen, da z.B. essentielle Aminosäuren oder auch die wichtigen Vitamine B6 und B12 in den meisten veganen Lebensmitteln fehlen oder nicht ausreichend vorhanden sind.Hierbei kann z.B. die Alge „Spirulina“ helfen, da Vitamin B12 – in Ausnahme als rein pflanzliches veganes Produkt- zumindest zu einem gewissen Anteil enthalten ist; ein tägliches Glas Algensmoothie kann durchaus eine gute Alternative zu tierischen Produkten bieten.

Eine Tasse Chaga-Tee kann anstatt des Kaffees am Morgen eine wertvolle Quelle für Antioxidantien bieten und somit das Immunsystem stärken. Chaga ist ein Pilz, der in den nördlichen Breitengraden Finnlands oder Sibiriens an Birkenbäumen wächst.

Kapseln und Pulver: Das Essen der Zukunft?

Einige Superfoods z.B. Weizengras oder Spirulina-Algen kommen nämlich gar nicht in ihrer ursprünglichen Form auf den. Markt, sondern werden gleich zu Pulver verrieben und/oder in Kapseln gereicht. Diese Form von Superfood ist meistens sehr teuer, aber höchst effizient: In einer sehr kleinen und kalorienarmen Menge Superfood stecken viele wertvolle Vitamine und andere Nährstoffe. Somit ist es sinnvoll, diese in die individuell ausgewogene Ernährung zu integrieren.

Goji-Beeren oder Kakao-Nibs, dies sind kleine Kakaobohnenstücke, zum Müsli ist eine willkommenen Abwechslung für Körper und Gaumen. Kapseln aus ungewisser Herkunft sollten auf jeden Fall vermieden werden. Hüten sollten sich Verbraucher von allzu weitreichenden Versprechen hinsichtlich Superfood. Zwar können sie eine effektive Ergänzung für jede Form der Ernährung sein, Zaubertricks können sie aber in der Regel nicht. So nimmt man durch den Konsum von Chia-Samen nicht automatisch ab, wie manche Ratgeber behaupten.

Wer aber beispielsweise langfristig sein gesundes Frühstück mit den ballaststoffreichen Samen garniert, kann einen wertvollen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung leisten und zumindest vielleicht verhindern, dass er stark zunimmt. Fazit: Superfoods sind äußerst sinnvoll, wenn sie  als Ergänzung statt als Ersatz für eine  abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden.