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Wer ein starkes Selbstwertgefühl hat, führt ein besseres Leben. Was ist damit gemeint? Nun, der Wert, den man sich selbst zuschreibt, hat einen enormen Einfluss auf die großen, wichtigen Aspekte des Lebens. Ein erfülltes, glückliches Leben steht und fällt mit dem Wert, den man sich selbst zuschreibt.

Ein Mensch, der sich selbst für wertlos hält, strahlt das unbewusst auch nach außen aus und verspielt damit viele gute Chancen – ob nun in Bezug auf die Karriere, Beziehungen oder generell im Privatleben. Grund genug, das Selbstwertgefühl aufzubessern. Die folgenden Tipps helfen dabei.

Mit Selbstliebe zu mehr Selbstwert

Essenziell für ein gutes Selbstwertgefühl ist es, gut zu sich selbst zu sein. Dazu gehört vor allem, sich so zu anzunehmen, wie man ist. Das beginnt schon bei den eigenen Gedanken. Jeder hat mal negative Gedanken, auch über sich selbst. Wer diese Gedanken akzeptiert, geht dagegen an. Denn wenn man versucht, solche Gedanken zu verdrängen, werden sie nur stärker. Akzeptanz und bewusste Konfrontation bewirkt dagegen, dass die negativen Gedanken mit der Zeit ihren Schrecken verlieren – und damit auch ihre Macht über die eigene Person. Zur Selbstliebe und Selbstakzeptanz gehört es auch, sich selbst gut zu behandeln.

Anstatt sich innerlich auszuschimpfen, wenn etwas schiefgelaufen ist, sollte man nachsichtiger mit sich sein. Es genauso wichtig, sich selbst zu zeigen, dass man sich mag, wie es bei anderen sozialen Beziehungen zur Familie oder Freunden der Fall ist.

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Das gelingt, indem man sich selbst für wichtig hält und sich um sich kümmert, und indem man sich Tag für Tag mit starken Sätzen aufbaut. Etwa, indem man sich vor den Spiegel stellt und zu sich selbst laut „Ich liebe dich“ sagt und dazu, was man an sich mag und warum man ein toller Mensch ist. Das klingt kitschig, funktioniert aber. Wie können wir schließlich von anderen verlangen, dass sie uns akzeptieren und mögen, wenn wir es selbst nicht tun? Diese Wertschätzung der eigenen Person ist daher ein wichtiger Schritt zu einem guten Selbstwertgefühl.

Den inneren Kritiker besänftigen

Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl neigen dazu, zu hart mit sich ins Gericht zu gehen und scharfe Selbstkritik zu üben – obwohl sie anderen gegenüber in der gleichen Situation nicht annähernd so kritisch und negativ eingestellt sind, sondern mit Empathie reagieren. Höchste Zeit also, dem inneren Kritiker Einhalt zu gebieten und sich selbst genauso Verständnis entgegenzubringen wie einem Freund. Ein wichtiger Schritt zu weniger Selbstkritik besteht darin, sich nicht ständig mit anderen zu vergleichen und sich vom Ergebnis abhängig zu machen.

Das macht auf Dauer unglücklich und fördert die Selbstzweifel – vor allem, wenn es um das scheinbar perfekte Leben geht, das tagtäglich in den sozialen Netzwerken gepostet wird. Wer ohnehin ein geringes Selbstwertgefühl hat, folgert daraus, dass man es nicht verdient hat oder irgendetwas falsch macht und deswegen nicht so erfolgreich ist oder so ein schönes Haus hat wie andere. Man neigt in solchen Situationen dazu, andere zu überhöhen und alles Schöne, was man im Leben erreicht hat, abzuwerten. Ein weiterer wichtiger Schritt besteht darin, Komplimente anzunehmen.

Das fällt Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl besonders schwer. Zu groß sind die Zweifel am eigenen Tun und Handeln. Deswegen reagieren sie mit Abwehr und sind nicht in der Lage, das Kompliment zu akzeptieren.

Mehr Dinge tun, die Spaß machen

Innere Zufriedenheit mit sich und dem eigenen Leben wird auch dadurch erlangt, dass man mehr Dinge tut, die Spaß bringen, anstatt nur das Pflichtprogramm abzuhandeln. Was glücklich macht, ist sehr individuell. Manche haben Spaß daran, sich beim Malen und Basteln kreativ auszutoben, andere machen gerne Sport oder unternehmen gerne etwas in ihrer Freizeit.

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Jeder muss für sich selbst herausfinden, was einen antreibt und das Wohlbefinden ankurbelt. Wichtig ist, dass die Kluft zwischen dem, was wir wollen und dem, was wir tun, nicht zu groß wird. Denn sonst macht das unglücklich und unzufrieden mit sich selbst.

Die eigenen Talente und positiven Eigenschaften entdecken

Ein gutes Selbstwertgefühl stellt sich auch dann ein, wenn man sich der eigenen Talente und Stärken bewusst ist. Dazu gehören besondere Fähigkeiten, persönliche Erfolge und positive Charaktereigenschaften. Am besten ist es, sich ganz konkret an Situationen zu erinnern, in denen man stolz auf sich selber war. Was auch hilft, ist eine Liste anzufertigen mit all den Dingen, die man gut kann. Anfangs mag einem nicht so recht etwas einfallen, doch mit der Zeit finden sich immer mehr Dinge, die auf der Liste landen. Daraus lassen sich dann die persönlichen Stärken und besondere Talente ermitteln.

Sollte es besonders schwerfallen, an sich positive Eigenschaften und Talente zu entdecken, kann es helfen, gute Freunde um Rat zu fragen: Welche Eigenschaften mögen sie an uns besonders? Die Antworten sorgen für ein gutes Gefühl der Wertschätzung und Anerkennung.

Für Erfolgserlebnisse sorgen

Erfolgserlebnisse steigern das Selbstbewusstsein und damit das Selbstwertgefühl. Wenn man sich kleine, realistische Ziele setzt und die erreicht, stärkt man den Glauben an die eigenen Fähigkeiten. Außerdem motiviert das dazu, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen, weil man daran glaubt, sie meistern zu können. Solche Ziele sind etwa, sich im Teammeeting mit einem Vorschlag einzubringen oder einmal in der Woche Sport zu treiben. Was dem Selbstwertgefühl ebenfalls gut tut, ist eine Sache durchziehen. Das kann etwas sein, dass man bisher nur sehr inkonsequent verfolgt hat oder etwas Neues, das man schon lange machen will.

Wichtig ist, einen Zeitraum festzulegen, über den man die Sache durchziehen will. Da ist zwar ein bisschen Durchhaltevermögen gefragt, aber, wenn man es geschafft hat, ist das ein tolles Erfolgserlebnis, das zu neuen Herausforderungen motiviert. Es gibt natürlich noch viele weitere Möglichkeiten, das Selbstwertgefühl über Erfolgserlebnisse zu steigern. Einige davon wirken sogar recht schnell. So ist das gesteigerte Selbstwertgefühl laut wissenschaftlicher Untersuchungen einer der Gründe, warum Menschen dem Glücksspiel nachgehen. Egal, wie gering oder hoch der Gewinn ist – er bestätigt den Spieler in seiner Annahme, richtig entschieden und gehandelt zu haben.

Diese Selbstbestätigung steigert das Selbstwertgefühl. Der Effekt stellt sich ein, obwohl jeder weiß, dass der Gewinn beim Glücksspiel am Automaten rein zufällig ist. Eng verbunden mit dem gesteigerten Selbstwertgefühl ist auch das Glücksgefühl, das sich bei Gewinnen einstellt. Ein weiterer Grund, warum man Glücksspiele spielt, ist der Nervenkitzel. Für manche bedeutet das Glücksspiel dagegen Entspannung. Auch ein Flirt mit einem attraktiven Typen im Lieblingscafé ist eine gute Möglichkeit, das Selbstwertgefühl zu steigern. Ein Lächeln, ein Zwinkern und ein Smalltalk mit einem Fremden sind eine schöne Art, sich bestätigen zu lassen, dass man für andere attraktiv und interessant ist.

Das tut dem Selbstbewusstsein und dem eigenen Selbstbild gut. Allerdings hält die Wirkung dieser Maßnahmen leider nicht allzu lange an, sodass schon nach kurzer Zeit „Nachschub“ hermuss. Eine gute Kombination aus langfristigen und kurzfristigen Möglichkeiten, das Selbstwertgefühl zu steigern, ist der bessere Weg, um sich dauerhaft besser zu fühlen.

Öfter mal lächeln

Ein Lächeln weckt immer ein gutes Gefühl in uns. Wenn uns jemand anlächelt, fühlen wir uns wertgeschätzt und es geht uns gleich etwas besser – ganz egal, wie schlecht die Laune vorher war. Warum also sich nicht einfach selbst anlächeln? So lässt sich das gute Gefühl immer wieder hervorrufen, auch wenn gerade niemand da ist, der uns ein Lächeln schenken könnte. Sich selbst im Spiegel anzulächeln, sorgt für einen positiven Start in den Tag. Denn schon allein dadurch, dass die Mundwinkel nach oben gezogen werden, schüttet der Körper Glückshormone aus – vorausgesetzt, die Mundwinkel bleiben für mindestens eine Minute oben.

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Außerdem trägt es zu mehr Selbstliebe und damit zu einem gesteigerten Selbstwertgefühl bei, wenn man sich jeden Morgen im Spiegel anlächelt. Das mag anfangs etwas seltsam sein, doch schon bald wird sich die positive Wirkung einstellen. Schließlich ist es viel schöner, morgens oder auch sonst tagsüber in ein freundliches Gesicht zu schauen, das einem ein gutes Gefühl gibt, als in ein immerzu kritisches Gesicht, das nach jedem noch so kleinen Makel Ausschau hält. Dieses positive Gefühl, das ein Lächeln übermittelt, sollte man auch den Mitmenschen zuteilwerden lassen.

Einfach mal raus auf die Straße gehen und jemanden anlächeln, den man sympathisch findet oder dem man einfach ein gutes Gefühl schenken. Es reicht schon, jemandem im Vorbeigehen in die Augen zu schauen und dabei zu lächeln. Das tut nicht nur anderen gut, sondern letztendlich auch uns selbst.

Sich mit positiv gestimmten Menschen umgeben

Wer sich ständig mit Nörglern und Schwarzsehern umgibt, übernimmt diese Haltung automatisch – schlechte Laune ist eben genauso ansteckend wie gute Laune. Menschen mit einem niedrigen Selbstwertgefühl neigen ohnehin dazu, sich auf die negativen Aspekte einer Situation zu konzentrieren. Je mehr sich jemand in diese Denkweise hineinsteigert, desto mehr geht die Fähigkeit verloren, das Ganze zu relativieren und im jeweiligen Kontext zu betrachten. Deswegen ist es für Menschen mit geringem Selbstwert umso wichtiger, sich stattdessen von guten Gefühlen anstecken zu lassen und sich mit positiv denkenden Menschen zu umgeben. Das hebt langfristig die Laune und rückt die Sicht auf die Dinge in ein optimistischeres Licht.